ICE schmelzen, Wasser sein

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Bericht von einer heißen Sommerdemonstration in Austin, Texas

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Die Welle des Widerstands gegen die Razzien der Bundesbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement), die in Minneapolis losging und sich bis nach Los Angeles ausgebreitet hat, löst im ganzen Land1 Revolten aus. Während Donald Trump die Nationalgarde und Marines in Los Angeles zusammenzieht, um diejenigen einzuschüchtern, die mutig für ihre Communities eintreten, ist die beste Form der Solidarität, die Fronten weit auszudehnen und die Söldner*innen, die ihm dienen, zu überlasten. Im folgenden Bericht beschreiben Teilnehmende einer Demonstration in Austin, Texas, am 9. Juni, wie sie sich der Kontrolle durch Parteien entzogen, die das Potenzial der Proteste einschränken wollten, und dann zwei Stunden lang der Polizei entkamen und so den Druck auf diejenigen, die uns unterwerfen wollen, weiter verstärkten.


ICE zerschlagen – in Bewegung bleiben

Am Abend des 9. Juni versammelten sich über 600 Demonstrant*innen vor dem texanischen Kapitol zu einer Demo, zu der die Party for Socialism and Liberation (PSL) aufgeruffen hatte. Eine revolutionäre Organisation rief zu einer parallelen Demonstration auf, die eineinhalb Stunden später vor dem JJ Pickle Federal Building, einer Einrichtung der US-Einwanderungs- und Zollbehörde, vier Blocks vom Kapitol entfernt, beginnen sollte.

Die PSL-Kundgebung setzte sich in Bewegung, begleitet von einer Polizeimotorrad-Eskorte, und erreichte die ICE-Einrichtung um 19:45 Uhr. Die Gruppe war voller Energie und Wut. Eine riesige Menschenmenge skandierte vor dem Gebäude. Trommler*innen lassen zum Klang zerbrechender Fenster einen Rhythmus ertönen. Einige Leute zogen City-Roller auf die Straße, andere sprühten Pro-Einwanderungs- und Anti-ICE-Slogans oder warfen mit Farbe gefüllte Luftballons. Die ganze Zeit über forderten die rot gekleideten Organisator*innen der PSL die Menge auf, weiterzugehen. Dutzende von Menschen drängten zurück und skandierten »ICE ist hier!«. Dennoch gelang es den PSL-Organisator*innen bis 20 Uhr, den größten Teil der Menge zurück zum Kapitol zu mobilisieren, indem sie einige Teilnehmenden davon überzeugten, den anderen zu sagen, dass die Gruppe durch den Rückzug in Sicherheit sei. Eine Splittergruppe von etwa 100 Personen blieb zurück und drückte weiterhin mit Kunst und Musik ihre Gefühle aus. Die Demo war effektiv geteilt zwischen denen, die aus eigener Initiative handelten, und denen, die sich der Autorität der PSL unterwarfen.

Der Demonstrationszug umrundet das JJ Pickle Federal Building in der Innenstadt von Austin, das von der ICE als Operationsbasis und vorübergehende Haftanstalt genutzt wird.

Die PSL führte die größere Gruppe zurück zum Kapitol, zu einer Kreuzung, an der es nichts als hohe Zäune, berittene Polizist*innen und von der Polizei blockierte Straßen gab. Die Organisator*innen der PSL griffen zum Mikrofon, um die Demo offiziell aufzulösen. Sie dankten allen für ihr Kommen und forderten sie auf, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen, um die ganzeAktion in den nächsten Tagen zu wiederholen. Die Menge wurde unsicher, kehrte größtenteils auf den Bürgersteig vor dem abgesperrten Kapitol zurück und überließ die Straße fast vollständig der Polizei, bis auf ein paar hartnäckige Leute, die an der Kreuzung blieben und mit Transparenten tanzten. Polizist*innen ließen auf beiden Seiten ihre Sirenen heulen und forderten sie auf, auf den Bürger*innensteig zu gehen – aber die Tänzer*innen blieben und skandierten »Chinga la migra! Chinga la migra!«

Währenddessen setzte die Polizei in der Pickle-ICE-Einrichtung Tränengas gegen die verbliebenen Feiernden ein, warf einige von ihnen zu Boden und drängte die Menge vom Gebäude weg.

Davon nichts mitbekommen, tanzten die Cheerleader*innen vor dem Kapitol weiter, vor allem als die Ampel auf Grün sprang, was einige aus der Menge dazu inspirierte, auf die Straße zu strömen. Die Menge formierte sich in Wellen neu. Die erste Welle nahm einen Weg über den Bürger*innensteig zurück zum Pickle, wo sie auf die kleinere Splittergruppe traf, die gerade mit Tränengas angegriffen worden war. Gemeinsam bildeten sie eine Barrikade aus City-Rollern auf der Straße hinter sich und begannen, sich mit der Polizei vor ihnen zu anzulegen.

Demonstrant*innen stehen hinter einer Reihe von Elektrorollern, die auf die Straße gezogen wurden, um sich gegen Polizeieinsätze zu verteidigen.

Zurück am Kapitol brachte der Ruf »Whose streets? Our streets« die Hunderte, die noch auf dem Gehweg standen, zurück zur Kreuzung und auf die Congress Avenue in Richtung Süden.

Die Menge wurde unmittelbar von zwei Motorradpolizist*innen bedrängt. Die Leute zögerten, drängten aber weiter vorwärts. Die Cops versuchten, sie durch lautes Sirenengeheul und Vorwärtsfahren abzuschrecken. Ein Motorrad-Polizist fuhr mit hoher Geschwindigkeit in die Menge und zwang die Demonstrant*innen zur Seite zu springen. Seine Aggression hatte sofort Konsequenzen: Eine Menschenmenge umzingelte sein Fahrzeug, zwang ihn abzusteigen und brachte ih zu Boden. In der Zwischenzeit kam die Nachricht, dass die kleine Gruppe am Pickle-Gebäude mit Tränengas angegriffen und auseinandergetriebn wurde, inklusive einiger Festnahmen. Obwohl dies einen Moment des Zögerns auslöste, brach Jubel aus, als die Menge die 8th Street umrundete und auf die Barrikade aus Lime-Scottern stieß.

Ein Polizist sprüht Pfefferspray auf einen Demonstranten nach einer Konfrontation, bei der Polizisten mit ihren Motorrrädern in die Menge gefahren sind.

Angesichts einer Polizeikette, die den Zugang zum Gebäude versperrte, drehte die größtenteils wieder versammelte Menge um. Als sie wieder die Congress Avenue erreichten und sich nach Westen bewegten, stand direkt vor ihnen eine Reihe von Streifenwagen und links eine Reihe von Fahrradpolizist*innen. Sofort fand die Menge eine Lücke in der Fahrradreihe auf dem Bürger*innensteig und strömte hindurch, ganz nach dem Motto der Hongkonger Unruhen von 2019: »Be water« – auch wenn viele zu jung waren, um diesen Slogan aus den George-Floyd-Unruhen von 2020 zu kennen.

Die Menge erkannte schnell, was für ein Sieg diese Ausweichmanöver waren. Plötzlich waren keine blinkenden Lichter mehr zu sehen. Sie hatten die Polizeisperre durchbrochen. In den nächsten Stunden konnten sie sich frei durch die Innenstadt von Austin bewegen.

»Chinga la migra!« hallte durch die Straßen der Innenstadt. Die ausgelassenen und spielerischen Aktivitäten eskalierten, jede Geste baute auf der vorherigen auf. Alles, was nicht nietfest war, wurde auf die Straße gebracht: Baustellen-Absperrungen, Roller, Veranstaltungsschilder. Die Musen sangen für Sprüher*innen: an Banken und Risikokapitalfirmen. Einige Geschäfte in der Innenstadt verloren ihre Fenster, einige geparkte Lexusse verloren ihren Wind in den Segeln.

Die Menge zog weiter südlich die Congress Street entlang, erreichte die Congress Bridge und begann, sie zu überqueren. Zu diesem Zeitpunkt war die Spitze der Dremo weit vor dem Rest der Menge. Die Leute waren sich unsicher, ob sie die Brücke aus der Innenstadt heraus überqueren sollten; einige begannen, auf den Bürger*innensteig auszuweichen. Es gab einen Moment des Zögerns, bevor die Menge umkehrte und zu bekannten Zielen wie dem Rathaus, dem Kapitol und der Innenstadt im Allgemeinen zurückkehrte.

Dann bewegte sie sich westlich auf der MLK entlang des Flusses, hielt am Rathaus an, um die mexikanische Flagge über dem Balkon zu hängen, bevor sie zehn lange texanische Blocks nach Norden zurück zum Kapitol lief. Zum Glück trafen sie dort auf die Überreste der Gruppe, die ursprünglich beim JJ Pickle-Gebäude geblieben war, bis sie mit Tränengas angegriffen und auseinandergetrieben worden war. Es gab Rufe wie »LA – zeigt uns den Weg!«.

Mit wieder zwei- bis dreihundert Leuten kehrte die Menge schließlich zum Pickle-Gebäude zurück. Weitere Fenster wurden eingeschlagen. Einige Trucks tauchten auf und die Fahrer*innen machten Burnouts, während sie laute Musik spielten. Die Leute kippten mit Wasser gefüllte Baustellenbegrenzungen um und überschwemmten die Straße. Alle fanden das toll. Es war laut, es wurde getanzt und gejubelt.

Demonstrant*innen kippen Absperrungen um, leeren sie und füllen die Straße mit Wasser.

Die Menge zog weiter zur 6th Street, der Hauptstraße des Nachtlebens. Ein Roller zerschmetterte die maßgefertigte Leuchtreklame von The Mothership, Joe Rogans Comedy-Bar. Obwohl der Laden mit heruntergelassenen Rollläden geschlossen schien, erfuhr mensch später über Reddit, dass drinnen eine Show stattfand. Nach diesem Punkt hatte die Menge Schwierigkeiten, sich auf eine Route zu einigen, was sie verlangsamte. Diese Unentschlossenheit führte dazu, dass die Menge eher auf Gewohnheiten als auf Strategie zurückgriff. Die Erinnerung trieb sie entgegen besseren Wissens zurück in Richtung Kapitol und zur Polizei.

Nachdem fast zwei Stunden lang kein*e einzige*r Polizist*in zu sehen war, stieß die Menge an Kreuzungen wieder auf Motorradstaffeln. Anstatt sich wie zuvor durch diese Staffeln zu drängen – was die Menge leicht hätte wiederholen können –, ließ sie der Polizei die Wahl der Route. Dies ging mindestens zwanzig Minuten lang so weiter. Das war ein fataler Fehler: Die Menge ließ sich von der Polizei in einen Hinterhalt führen. Die Leute hätten sich weiter entfernen und ohne Verhaftungen zerstreuen können, aber stattdessen gingen sie direkt in eine Falle.

Nachdem sie die 6th Street wieder hochgelaufen waren, zog die Menge weiter nach Westen, vorbei am Congress, der Straße, die zum Kapitol führt. Nach ein paar Blocks stand eine Reihe von Polizist*innen auf Motorrädern der Menge gegenüber und versperrte den Weg. Wieder mal unentschlossen, teilte sich die Menge in verschiedene Gruppen auf – eine ging nach Norden, eine nach Süden –, bevor sie sich wieder zu einer einzigen Masse zusammenschloss, die nach Süden zog. Sie hatten kaum die Hälfte des Blocks hinter sich, als zwei unmarkierte weiße Transporter an der Kreuzung vor ihnen Trupps von APD-Riot-Cops mit Pfefferkugelgewehren ausladen. Die Leute wussten, dass sie in Gefahr waren, eingekesselt zu werden, und bogen in eine Seitenstraße ein. Diejenigen, die vorausliefen, kehrten schnell um, als ein weiterer Block mit APD-Polizist*innen die Kreuzung blockierte. Die Polizist*innen stiegen ab und jagten die Leute durch die Seitenstraße, packten wahllos Leute und schossen mit Pfefferkugeln, die die Demonstrant*innen und einige ihrer eigenen Beamt*innen mit Pfeffergas einnebelt. Diese Zangenbewegung zerstreute einen Großteil der Menge und führte zu einer Handvoll Festnahmen.

Kurz darauf versammelte sich ein Teil der Menge vor dem Hochhaus in der Innenstadt, in dem sich die Büros der Jobbörse Indeed befinden. Dort wurden sie auf einer belebten Straße voller Autos von zwei LRAD-Panzern angegriffen. Die Menge nahm die Fahrer*innen der Panzer ins Visier und bewarf sie mit Gegenständen, während einige der Trucks, die den Protest verfolgt hatten, die Panzer daran hinderten, weiterzufahren. Diese Kombination von Taktiken führte schließlich dazu, dass die Panzer sich zurückzogen.

Zu diesem Zeitpunkt löste sich der Rest der Demo für den Abend auf.

Warum verging so viel Zeit, ohne dass die Polizei zu sehen war? Erstens wurde sie durch die Blockade wirklich daran gehindert, der Demo zu folgen. Das hatte die Polizei von Austin in diesem Ausmaß noch nie erlebt. Zweitens hatten sie nicht genug Leute, um mit dem Protest Schritt zu halten und ihn einzukreisen, und die Kampfbereitschaft der Menge erhöhte die Kosten, die sie für einen Einsatz kalkulieren mussten. Und während diese Menge lief, gab es immer noch eine Gruppe, die das Bundesgebäude umzingelte, mit Graffiti besprühte und dann mit der Polizei aneinandergeriet, sodass ihre Kräfte zwischen diesem Einsatz, der Verteidigung des Kapitols und der Verfolgung von uns aufgeteilt waren.

Ein Polizist hat das nach den Unruhen von 2020 so beschrieben:

Wir können mit einer Demonstration von 10.000 Menschen umgehen, aber zehn Demonstrationen mit jeweils 1.000 Menschen in der ganzen Stadt überfordern uns.

Vielleicht wurde die Polizei angewiesen, sich zurückzuhalten, keine Konfrontationen in dem Viertel zu provozieren, durch das die Demo führte, oder sich auf das Kapitol und das Bundesgebäude zu konzentrieren, aber das wissen wir derzeit nicht. Es kam erst wieder zu größeren Zusammenstößen mit der Polizei, als wir zum Kapitol zurückkehrten. Danach versuchte die Polizei nur noch, mit einer einzigen Menschenmenge Schritt zu halten. Als die Menge weiterlief, räumte die Polizei wahrscheinlich die Straßen und schmiedete Pläne, um die Menge zu zerstreuen, was schließlich zu dem Hinterhalt am Ende führte.


Eine wachsende Menschenmenge versammelt sich auf der Straße vor dem Bundesgebäude.

Wir schließen mit einigen Schlussfolgerungen zu den Ereignissen des Abends und zu den möglichen nächsten Schritten.

Die wichtigste Erkenntnis des Abends ist, dass die Lage gerade echt angespannt ist. Ein Minimum an physischer Vorbereitung und ein bisschen Mut reichten aus, um eine vorhersehbare, harmlose Kundgebung am Kapitol in die stärkste Demonstration gegen das rassistische und autoritäre Regime zu verwandeln, die Austin seit 2020 gesehen hat. Die Menge war taktisch besser ausgerüstet als sonst, mehrere Personen hatten Handschuhe, Schutzbrillen, Sprühdosen und Atemschutzmasken mitgebracht – aber das Wichtigste ist, dass die Menschen im Moment ein Gefühl der Dringlichkeit verspüren.

Außerdem: es ist wichtig einzuplanen, das mensch Erfolg haben könnte. Demonstrant*innen sollten mit einer Reihe möglicher Ziele im Kopf ankommen, für den Fall, dass sie ihr ursprüngliches Ziel leicht erreichen. Aber wenn sich eine Demo zu wiederholen beginnt und man mit abnehmendem Ertrag immer wieder dasselbe Gebiet durchläuft, ist es vielleicht an der Zeit, abzubrechen. In diesem Fall haben sich die Teilnehmer*innen selbst überrascht, indem sie die Polizei überwanden und neue Möglichkeiten eröffneten. Nach einer Weile verloren sie jedoch die Fähigkeit, neue Ziele zu identifizieren und kreativ zu bleiben, und gerieten stattdessen in eine Schleife, in der sie immer wieder dieselben paar Blocks der Innenstadt umkreisten. Die Menge hätte sich entweder früher auflösen oder ein neues Ziel außerhalb des Gebiets finden sollen, durch das sie wiederholt gelaufen war. Sobald die Menge die Fähigkeit verloren hatte, neue Ziele zu finden, neue Richtungen einzuschlagen oder zumindest weiter zu wachsen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Polizei sich neu formieren und eine Offensive starten konnte.

Genauso wie es wichtig ist, sich den Versuchen selbsternannter Anführer*innen zu widersetzen, die bestimmen wollen, was eine Demo tun darf. Außerdem sollte mensch sich, wann immer möglich, den Versuchen der Polizei widersetzen, die Bewegungen der Menschen zu kontrollieren. Als die Menge auf ein paar Motorräder und einen einzigen Streifenwagen stieß, riefen einige Leute »Sie wollen uns einkesseln!« und drehten um, anstatt weiter vorzustoßen. Genau das ermöglichte es der Polizei, die Menge direkt in eine Situation zu treiben, in der sie fast eingekesselt worden wäre. Es ist wichtig, sich der Versuche bewusst zu sein, eine Menschenmenge einzukesseln, aber oft ist es am besten, durch Polizeiketten zu brechen, bevor sie verstärkt werden.

Schließlich kann es hilfreich sein, materielle Verstärkung bereit zu halten, die erst lange nach Beginn einer Demo zum Einsatz kommt.

Polizisten setzen Tränengas ein, um die Demonstrant*innen zu vertreiben, woraufhin einige aus der Menge die Kanister zurückschleudern.

Da sich die Welle des Widerstands, die in Minneapolis begann und sich bis nach Los Angeles ausbreitete, zu einer landesweiten Revolte ausweitet, können wir mit weiteren heißen Demonstrationen rechnen. Jetzt wissen wir, dass die Menschen hier zu kämpferischen Massendemonstrationen kommen werden, wenn dazu aufgerufen wird. Im Vorfeld des nächsten Moments der Möglichkeit gibt es ein paar Dinge, die Crews jetzt tun können, um sich vorzubereiten:

  • Nimm dir einen Moment Zeit, um dich auszuruhen, zu erholen, zu erden, Essen zu teilen und über deine Erfahrungen nachzudenken, damit du bereit bist, mit allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln zu handeln, wenn es soweit ist.
  • Identifiziert potenzielle Ziele und überlegt euch, welche Aktionen dort möglich wären. Das können bestimmte Gebäude, Institutionen, Stadtviertel oder Geschäftsviertel sein. Erstellt Flyer, um diese Ziele bekannt zu machen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen.
  • Entscheidet als Gruppe, welche Maßnahmen ihr ergreifen könnt, um die Dynamik zugunsten der Menge zu verändern. Könnt ihr entschlossen ein neues Ziel vorschlagen und die Menge dorthin lenken? Habt ihr ein Projekt zur gegenseitigen Hilfe, das Gasmasken, Schutzbrillen, Regenschirme und andere Hilfsmittel verteilen könnte, damit die Menschen weiterkämpfen können? Könnt ihr die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit koordinieren, um mehr Menschen auf die Straße zu bringen und die Demonstrationen zu verstärken? Könnt ihr gleichzeitige Aktionen an mehreren Orten organisieren, vor allem an Orten, an denen bisher noch nichts passiert ist? Könnt ihr neue Räume schaffen, um die Leute in der ersten Reihe zu unterstützen? Könnt ihr mit Essen, medizinischer Versorgung, Wasser, Transport und anderen Dingen helfen, die Demo am Laufen zu halten?

Die Chance ist jetzt da und die Möglichkeiten sind riesig. Es liegt an uns allen, diese Möglichkeiten zu nutzen, bevor die Kräfte, die eine Welt der Polizei, Grenzen und Ausbeutung aufrechterhalten wollen, sie zunichte machen können.

[[https://cdn.crimethinc.com/assets/articles/2025/06/11/5.jpg Graffiti auf dem Bundesgebäude.]


Übersetzung aus dem Buch USA – Dystopie und Disruption

  1. Liberale, die befürchteten, dass Donald Trump absichtlich Unruhen in den ›blauen Staaten‹ provozierte, um demokratische Politiker*innen zu diskreditieren, müssen sich nun eine neue Erzählung ausdenken, da sich die Unruhen auf Staaten ausweiten, die von Republikanern regiert werden.